Definition Biodiversität
= Vielfalt und Variabilität von Organismen, Biozönosen und Ökosystemen
= laut International Union for Conservation of Nature (IUCN): Artikel 2 der „Convention of biological diversity“:
Was bedeutet Diversität als ökologischer Fachterminus und welche Diversitätstypen gibt es?
= „Verschiedenheit“ der Eigenschaften von Lebensgemeinschaften oder ökologischen
Systemen
Diversitätstypen α- ε:
o α-Diversität: Zahl der Arten in einem Habitat oder Biotop
o β-Diversität: Artenwechsel entlang ökologischer Gradienten (z.B. Berg-/Talregion; Uferzone eines Gewässers)
o γ-Diversität: Diversität auf der Ebene von Landschaftsräumen; (z.B. verschiedene Habitate oder Vegetationstypen)
o δ-Diversität: Zönosewechsel entlang von Gradienten (Unterschiede des Artbestandes zweier großer Gebiete)
o ε-Diversität: Regionale Diversität auf große Gebiete bezogen (große Gebiete
mit verschiedenen Landschaftstypen)
Welche weitere Diversitätstypen außer den Diversitätstypen α- ε gibt es?
Lebensformtyp:
§ Gruppe von Arten mit (häufig) unterschiedlicher systematischer Stellung
§ Arten besitzen Anpassungen an dieselben Umweltbedingungen des Lebensraums, d.h. bestimmte morphologische oder physiologische Merkmale sind gleich.
o Trophische Diversität:
§ Gliederung in Produzenten, Konsumenten und Destruenten, mit zusätzlicher Einteilung von Untertypen z.B. Herbivore und Carnivore.
o Phänologische Diversität:
§ Charakterisierung erfolgt nach Zeitstrukturen.
o Genetische & populationsspezifische Diversität:
§ Charakterisierung der genetischen Variabilität.
o Biochemische Diversität:
§ Charakterisierung nach verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffen (z.B. Fraßschutz wie Phenole), biochemische Verteidigung (induzierte Abwehr
von Phytophagen) oder Düften als Lockmittel für Blütenbesucher
Nenne ein Beispiel für ε-Diversität
Welche zeitliche Heterogenität beeinflusst die Diversität?
Zeitliche Heterogenität:
-klimatischbedingte Schwankungen
-circadiane Rhythmen
-biotische Interaktionen
-Sukzession
Was ist Sukzession?
nicht jahreszeitliche, gerichtete Abfolge von Ökosystemzuständen an einem Standort
o bedingt durch Muster der Kolonisation und Extinktion von Populationen
o im Verlauf der Sukzession verändert sich die Artenvielfalt!
o Diversitätsmaximum ist im mittleren Stadium der Sukzession erreicht
o Bedingungen nur geringer verfügbarer Ressourcen führen zu einer verlängerten Phase der Koexistenz und damit zu höherer Artenvielfalt
-> verfügbare Ressourcen haben Schlüsselrolle beim zeitlichen Verlauf
Beispiel Sekundärsukzession in einem Eichen-/Kiefernwald Artenvielfalt (Diversität):
§ zu Beginn gering, wenige Pionierarten
§ am höchsten im migleren Stadium (krauMge Pflanzen und Gräser)
§ Rückgang im Verbuschungsstadium
§ Abnahme der Artenzahl im Klimaxstadium des Waldes (!)
Beispiel Sukzession einer ehemaligen Ackerbrache zu einem Nadelwald:
Strukturelle Veränderungen in der VegetaMonsdichte und –höhe im
Laufe à Pflanzengemeinscha) bildet Ressourcen und Habitate, welche
im Laufe der Sukzession in ihrer Ausprägung wechseln
§ der Pflanzensukzession verändern die Zusammensetzung der Tierzönosen
§ Jedes spezifische Sukzessionsstadium hat seine eigenen spezifischen
Tiergemeinscha)en!
Welche räumliche Heterogenität beeinflusst die Diversität?
Welche Heterogenitäten können negative Auswirkungen räumlicher Isolation auf die Diversität abmildern?
Randeffekte und Korridore
Zusammenfassung Diversitätstypen
Diversitätstypen
à α- bis ε-Diversität beschreiben die Lebensform, Trophiestufen, Phänologie, GeneMk
und Biochemie der Lebensgemeinscha)en
- Artdiversität
o von der zeitlichen Heterogenität beeinflusst
à hierzu zählen Klima, circadiane Rhythmen, bioMsche InterakMonen und Sukzessionsvorgänge.
o räumliche Heterogenität wirkt über IsolaMon, HabitaMnseln, abioMsche Umweltfaktoren und bioMsche Umwelt (pflanzliche Raumstrukturen)
- Randeffekte und Korridore können negaMve Auswirkungen räumlicher IsolaMon auf die
Artdiversität abmildern